Kleidung im Berufsleben

Ich bekomme einen Anruf. Es ist eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Direkt nach der Freude über den Erfolg stellt sich die Frage: Was ziehe ich an? Gibt es einen allgemeinen Dresscode bei Vorstellungsgesprächen? Oder ist die Kleidung vom Job abhängig?

Die Wirkung von Kleidung

Viele Menschen unterschätzen diesen Aspekt. Durch Kleidung wollen wir ausdrücken, wie wir von anderen wahrgenommen werden sollen. Wir haben ein Selbstbild und in erster Linie drücken wir dies durch unser Äußeres aus. Und selbst wenn wir keinen Wert auf Kleidung legen, drücken wir dies durch Kleidung aus.

Was also ziehe ich an?

Zum Glück leben wir in einem Zeitalter, in dem wir leicht und schnell Informationen über alles und jeden erhalten können. So auch über Unternehmen, die daran interessiert sind, uns zu beschäftigen. Die Rede ist vom Internet. Durchschnittlich hat jedes dritte Unternehmen eine Homepage. Meistens finden wir Bilder von Mitarbeitern, an denen wir uns orientieren können. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, uns in Foren oder bei Online-Ratgebern zu informieren. Für den Fall, dass wir bezüglich des richtigen Outfits immer noch drei Fragezeichen auf der Stirn haben, verlassen wir uns auf unsere Intuition, mit der wir in der Regel richtig liegen.

Zeigt sich da ein Trend?

Eine kurze Reise in die Vergangenheit: Vor gar nicht allzu langer Zeit waren Dresscodes noch ungeschriebenes Gesetz. Beim Großteil der kaufmännischen Berufe war es unerlässlich, Business Hemden zu tragen. War man im Mode-Bereich tätig, galt es, sich von der Menge durch ausgeprägten Sinn für Stil abzuheben. Versicherungskaufleute trugen elegante Smokinghemden, Jeans waren da nicht sehr angebracht. Einwohner aus anderen Ländern würden sagen „typisch deutsch“, für uns war es einfach nur normal, sich im Job auch kleidungstechnisch anzupassen und uns so mit den anderen gleichzustellen.

Heute sieht das alles schon etwas anders aus. Als Mode-Verkäufer reicht es, die Kleidung des Unternehmens am Leib zu tragen. Bei den Versicherungen sind zwar Hemden noch Gang und Gebe, jedoch schleichen sich Jeans mehr und mehr in diese Branche ein. Es existieren noch einige Berufsspaten, in denen sich ein strenger Dresscode weiterhin durchsetzt. Wenn beispielsweise Bankkaufleute ohne Anzug am Arbeitsplatz erscheinen, können sie sich darauf einstellen, nochmal nach Hause zu fahren, um den Smoking aus dem Schrank zu holen.

Um nicht ins Kreuzvisier der Kollegen zu geraten, ist es definitiv von Vorteil, sich äußerlich anzupassen, es sei denn, man beabsichtigt, zu polarisieren, bzw. aus der Menge hervorzustechen. Entscheidend für den Erfolg im Job ist die richtige Kleidung sicherlich nicht, da andere Aspekte schlichtweg wichtiger für Vorgesetzte und Kunden sind. Ein richtiger und angepasster Kleidungsstil ist kein Garant für beruflichen Erfolg, er begünstigt ihn allenfalls.