Verteuerte Mode durch gestiegene Baumwollpreise

Die Modebranche rechnet damit, dass künftig für Mode und Textilien die Preise ansteigen werden. Die Experten gehen davon aus, dass selbst Discountanbieter die enorm gestiegenen Preise für Baumwolle an die Endverbraucher weitergeben müssen.

Bereits in den vergangenen Monaten wurden die Preise für Mode und Textilien um durchschnittlich fünf Prozent erhöht. Nun sollen die Preise bis zum Ende des Jahres 2012 noch einmal um bis zu zehn Prozent ansteigen. Als Grund für die drastischen Preiserhöhungen werden die steigenden Preise für Baumwolle angeführt.

Der Grund für die Erhöhung der Preise für Baumwolle sind schlechte Ernten, die Verringerung der Anbauflächen für Baumwolle sowie die ständig steigende Nachfrage für Baumwolle von Ländern wie Indien und China. Als Folge der immer weiter fortschreitenden Globalisierung steigen proportional zusätzlich die Lohnkosten sowie die Logistikkosten drastisch an. Da der Bedarf an Rohstoffen, wie zum Beispiel Baumwolle in den letzten Jahren stark zugenommen hat, ist in den kommenden Jahren nicht mit einem Rückgang der Nachfrage für Baumwolle zu rechnen. Eher ist das Gegenteil der Fall, denn nach Baumwolle besteht immer eine hohe Nachfrage.

Laut Angaben der Katag AG, des größten Verbandes der europäischen Textilhändler, wurden die Preiserhöhungen bisher erst ein Drittel der enorm gestiegenen Kosten für Baumwolle an die Endverbraucher weitergeben. Der Verband ist überzeugt davon, das nach einer Bereinigung des Marktes im Jahre 2012 viele Modehändler ihr Geschäft aufgeben müssen.

Prognosen deuten dahin, dass die Modehändler mit genügend Kapital für eine bestimmte Zeit mit einem kleineren Sortiment durchhalten und auf eine Bereinigung des Modemarktes drängen. Die Modehändler, welche stark von Fremdkapital abhängig sind, werden die Krise nicht überstehen und müssen aufgeben, so der Sprecher der Katag AG. Er spricht davon, dass die Eigenmarken der Discountanbieter von Mode am stärksten von den Preiserhöhungen betroffen sind und zumindest dadurch sehr stark unter Druck stehen. Denn die auf 50 Prozent gestiegenen Kosten für Produktion und Logistik machen sich bei diesen Anbietern besonders drastisch bemerkbar. In den letzten Monaten konnten diese Discounter die Preiserhöhungen durch ihre gut gefüllten Kassen überstehen. Doch über längere Zeit können auch die Discounter nicht draufzahlen. Der Sprecher der Katag AG rechnet damit, dass noch in diesem Jahr die Discountanbieter die Preiserhöhungen an ihre Kunden weitergeben werden. Gerechnet wird mit einer Preiserhöhung von ungefähr fünf Prozent.

Am wenigsten betroffen sind die Anbieter von Luxusmode, deren Stammkundschaft ist auch in Krisen zahlungskräftig ist.

Hochwertige und günstige Mode kann trotz Erhöhung der Baumwollpreise im onlineshop von Street One gekauft werden.